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Boek

Hundert Tage

Roman. Ausgezeichnet mit dem Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman 2008

Hundert Tage - Bärfuss, Lukas - ISBN: 9783442739035
Prijs: € 10,00
Levertijd: 1 tot 3 werkdagen
Bindwijze: Boek, Paperback (03-02-2010)
Genre: Literaire fictie
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Beschrijving

Eine schicksalhafte Liebe in Zeiten des Krieges: packend, brisant, eindringlich

Voller Optimismus war der junge Schweizer Entwicklungshelfer David 1990 nach Ruanda aufgebrochen, ins damalige Vorzeigeland des afrikanischen Kontinents. Vier Jahre später sind alle Hoffnungen zerschellt: das Land wird zum Schauplatz eines furchtbaren Genozids. David muss miterleben, dass seine Geliebte Agathe, Tochter eines Ministerialbeamten, zu den Mördern zählt. Und auch David, der "Gutmensch", wird schließlich zum Komplizen, um seine eigene Haut zu retten.

Details

Titel: Hundert Tage
auteur: Bärfuss, Lukas
Mediatype: Boek
Bindwijze: Paperback
Aantal pagina's: 207
Uitgever: btb
Publicatiedatum: 2010-02-03
NUR: Literaire fictie
Afmetingen: 187 x 118
Gewicht: 220 gr
ISBN/ISBN13: 9783442739035
Intern nummer: 12068865

Biografie (woord)

Lukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun/Schweiz, gelernter Buchhändler, zählt zu den erfolgreichsten Dramatikern der letzten Jahre. Bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift "Theater heute" wurde Bärfuss 2005 zum Dramatiker des Jahres gewählt, im selben Jahr erhielt er den Mühlheimer Dramatikerpreis und den Publikumspreis. Seine Stücke werden in mehr als 25 Ländern gespielt. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Zürich. Die Stiftung Preußische Seehandlung hat Lukas Bärfuss mit dem Berliner Literaturpreis 2013 ausgezeichnet. 2015 erhielt er den Nicolas-Born-Preis.

Quote

Sieht so ein gebrochener Mann aus, frage ich mich, als ich ihm gegen_bersitze und drau_n der Schnee einsetzt, der seit Tagen erwartet wird und nun in feinen Flocken auf die gr_nbraunen Felder und in den Nachmittag f_t. Was genau gebrochen sein k_nnte, ist schwierig zu sagen - das R_ckgrat jedenfalls nicht. Er sitzt aufrecht, w_t seine Worte mit Bedacht und ohne Hast, wirkt beinahe entspannt. Nur wie er die Tasse zum Mund f_hrt, gem_lich, ein wenig zu gem_lich, zu gef_hrt, k_nnte ein Hinweis auf seine innere Zerr_ttung sein. Vielleicht f_rchtet er, ein versch_tteter Tropfen k_nnte ihn aus dem Gleichgewicht bringen. Ich wei_ ich m_sste nicht mutma_n, denn er ist ein gebrochener Mann, muss einer sein, nach allem, was er erz_t und - was noch wichtiger ist - nach allem, was er mir verschweigt. Manchmal h_ er in seiner Rede inne, oft mitten im Satz. Ich sehe in seinen Augen, wie er sich erinnert, nur erinnert und nicht spricht, vielleicht, weil er keine Worte daf_r hat, sie noch nicht gefunden hat und wohl auch nicht finden will. Es scheint, als w_rden seine Augen den Ereignissen folgen, den Ereignissen in Haus Amsar, wo er die hundert Tage verbracht hat. Das Erstaunlichste an dieser Geschichte ist, dass gerade er sie erlebt hat, einer, der nicht dazu bestimmt schien, irgendetwas zu erfahren, das _ber das gew_hnliche Ma_menschlicher Katastrophen hinausgeht: eine _ble Scheidung, eine schwere Krankheit, ein Wohnungsbrand als __rstes. Aber ganz gewiss nicht, in die Wirren eines Jahrhundertverbrechens zu geraten. Nicht dieser Mann, nicht David Hohl, der mit mir zur Schule gegangen war und in dem ich noch den hoch aufgeschossenen Knaben erkenne, mit seiner leicht h_enden Unterlippe, von der sich, wenn ihn etwas zum Staunen bringt, ein Speichelfaden zu l_sen scheint, obwohl das nat_rlich nie eintritt. Blo_ein wenig feucht ist diese Lippe, der man deutlicher als anderen ansieht, was Lippen tats_lich sind, nach au_n gest_lpter Mundinnenraum n_ich. Als Kind war er kein Draufg_er, hat niemals gr__ren _ger riskiert, nicht aus Feigheit - die meisten Abenteuer und Mutproben schienen ihm einfach nicht lohnenswert. Ein durch und durch besonnener Bursche - abgesehen von seinen drei, vier Anf_en, aber die liefen au_r Konkurrenz, einfach weil sie so selten vorkamen und man sich erst an den letzten erinnerte, als David schon erblasste, verd_tig still wurde, um gleich darauf rot anzulaufen und seine Fl_che hervorzupressen und eine Schandrede auf die Ungerechtigkeit der Welt anzustimmen, in Worten, die man einem Jungen von zehn, zw_lf Jahren nicht zugetraut h_e. Er besa_ein ausgepr_es Gerechtigkeitsempfinden, um es vorsichtig auszudr_cken, und es schien losgel_st von jener Vernunft zu funktionieren, die ihn sonst auszeichnete, keine Folge einer durchdachten Weltsicht zu sein, sondern reine Empfindung, ein Affekt. Ich erinnere mich, wie er sich von ein paar Kerlen aus den oberen Klassen windelweich pr_geln lie_ blo_weil er zuf_ig geh_rt hatte, wie sie sich abf_ig _ber einen Mitsch_ler auslie_n, und er der Ansicht war, so etwas geh_re sich nicht. Nach der Pause setzte er sich mit der blutigen Nase an sein Pult, und als ihn der Lehrer zum Waschbecken schickte, weigerte er sich aufzustehen und meinte, er sch_ sich nicht f_r seine Verletzung. Wir hatten keine Ahnung, was ihn antrieb, aber wir vermuteten, David wolle mit seinem heldenhaften Einstehen f_r die gerechte Sache Eindruck schinden, vor allem bei den M_hen. Und beunruhigenderweise hatte er damit Erfolg, weswegen wir ihn zwar f_r verr_ckt, aber nicht f_r vollkommen _bergeschnappt hielten. Vielleicht hat ihn diese charakterliche Besonderheit in die sp_ren Schwierigkeiten gebracht, und ich frage ihn, ob er sich als K_fer f_r die Gerechtigkeit gesehen habe. Er l_elt und nimmt einen Schluck Kaffee, bevor er spricht, als bekenne er, einmal an fliegende Untertassen oder die Existenz von Atlantis geglaubt zu haben. Ich habe an das Gute geglaubt, ich wollte den Menschen helfen wie all

Recensie

»Bärfuss erkundet die moralische Dimension der Politik. Doch er schreibt nicht als Moralist, sondern als genauer Beobachter, der sein Thema mit wissenschaftlicher Akribie recherchierte. (...) Ein eindrucksvolles Buch, in dem eben nicht die Fakten zur Hauptsache werden, sondern die Figuren und ihre Verstrickungen erlebbar sind.« (Jörg Magenau, taz)

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