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Boek

Orte der Moderne

Erfahrungswelten des 19. und 20. Jahrhunderts

Orte der Moderne - ISBN: 9783593505855
Prijs: € 32,10
Levertijd: 4 tot 6 werkdagen
Bindwijze: Boek, Paperback (08-03-2016)
Genre: Algemene jaarboeken (geschiedenis)
Boekenliefde.nl:
Orte der Moderne op boekenliefde.nl
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Beschrijving

Kino, Bunker, Grandhotel...

Was haben Kino, Kraftraum und Flugzeug, Bunker, Zeitungsredaktion und Appartement gemeinsam? Sie alle sind Orte, in denen sich alltägliche Erfahrungen auf engstem Raum verdichten - Erfahrungen, die viele Menschen des späten 19. und des 20. Jahrhunderts teilen und die bis heute unsere Lebenswelt prägen. Technik, Mobilität und Kommunikation stehen dabei für den Fortschritt; Erfahrungen von Isolation, aber auch Autonomie und Individualisierung für dessen Folgen.

Details

Titel: Orte der Moderne
Mediatype: Boek
Bindwijze: Paperback
Aantal pagina's: 376
Uitgever: Campus Verlag
Publicatiedatum: 2016-03-08
NUR: Algemene jaarboeken (geschiedenis)
Afmetingen: 229 x 160 x 22
Gewicht: 542 gr
ISBN/ISBN13: 9783593505855
Intern nummer: 32927333

Quote

Einleitung Alexa Geisthövel/Habbo Knoch Mitten auf dem hektischen Berliner Alexanderplatz sehnt sich Franz Biberkopf ins Gefängnis zurück. Im gleichnamigen, 1929 erschienenen Roman Alfred Döblins steht er nach langer Haft ungeschützt im Strudel der modernen Stadt. "Hundert blanke Scheiben" blitzen bedrohlich, Passanten wirken wie Schaufensterpuppen und Häuserfronten bieten keine Zuflucht. Biberkopf bricht zusammen, kehrt aber wie gebannt mehrfach zurück. Er fängt an, den Platz und sein Gedränge zu beobachten: "Rumm rumm" wuchtet vor Aschinger, der Bierschwemme mit "Konzert und Großbäckerei", eine Dampframme Eisenstangen in den Boden. Rund um den Platz stehen Bauzäune, ein altes Kaufhaus wird abgerissen. "Ruller ruller fahren die Elek-trischen, [...] Abspringen ist gefährlich. Der Bahnhof ist breit freigelegt, Einbahn-straße nach der Königstraße an Wertheim vorbei." Die Schutzpolizei "beherrscht gewaltig den Platz" und regelt den Verkehr. Auf ihr Signal hin "ergießt sich der Norden nach Süden, der Süden nach Norden". Viele "biegen auch seitlich um, von Süden nach Osten". Dabei geben sich die Fußgänger "so gleichmäßig wie die, die im Autobus, in den Elektrischen sitzen". Biberkopf kapituliert angesichts dieser Apathie: "Was in ihnen vorgeht, wer kann das ermitteln, ein ungeheures Kapitel." Er bleibt ein Fremdkörper in der Stadt. Restaurant, Tram, Bahnhof, Warenhaus, Autobus, Straßenkreuzung: Seine Sinne sind den modernen Verkehrsmitteln, Gebäuden und Bewegungen nicht gewachsen. Die Stadt im Umbruch lässt ihm dafür auch keine Zeit. Am heutigen Alex sind Aschinger und Wertheim verschwunden, doch die Szenerie ist vertraut geblieben: Vergnügungslokale, Grandhotels und Kinos bieten immer noch ihre Dienste an, Bahnhöfe, U-Bahn-Stationen und Ampelkreuzungen sind nach wie vor Knotenpunkte der modernen Bewegungsgefährte. Wo Biberkopf Bauzäune sah, entstanden erste Hochhäuser und neue Großraumbüros, deren Etagen durch Aufzüge verbunden waren. Über den Himmel, für den Biberkopf kaum einen Blick übrig hatte, zogen schon zu seiner Zeit Flugzeuge. Bahnen und Autos verbanden damals wie heute Stadtrandsiedlungen mit dem Zentrum. Wer es sich leisten konnte, fuhr mit ihnen an den Strand. Wer heute städtische Räume, aber auch manche Landschaft durchstreift, sieht sich von einer Fülle von Orten umgeben, die zwischen 1870 und 1930 in der Zeit der "klassischen Moderne" entstanden. Sie haben die räumlichen Erfahrungen des modernen Menschen bis in die Gegenwart geprägt. Bahnhöfe, Fabriken und Passagen machten nach 1830 den Anfang. Ihre Verbindung von technischem Fortschritt und neuen Verhaltensformen krönten pathetische Deutungen, die sie als Träger der Zukunft sahen. Große Bahnhofshallen avancierten zu repräsentativen Schauseiten der Stadt und zu Orten einer funktionalen, rationell gestalteten Bewegungsführung; Passagen boten in luxuriösem Ambiente eine Vielzahl von Waren an und brachten auf engstem Raum Konsumenten verschiedener Schichten zueinander, die neue Fertigkeiten des Beobachtens, Kommunizierens und Verhaltens erlernen mussten. Doch Zahl und Reichweite solcher erlebter Welten nahm erst in den Jahrzehnten um 1900 erheblich zu. Im Zuge der zweiten, auf Elektrizität fußenden Industri-alisierung und der Urbanisierung, in der die Großstadt zur "Synchronisationsma-schine" (Armin Nassehi) des modernen Lebens wurde, durchdrangen diese Orte und die Prinzipien ihrer Raumorganisation mehr und mehr das öffentliche und private Leben. Sie übernahmen ausdifferenzierte Funktionen, machten Angebote für bislang unbekannte Bedürfnisse und wuchsen zu einem Ensemble städtischer und ländlicher Orte zusammen, die untereinander vielfältig vernetzt waren. Orte des Bewegens und Erkundens, des Vergnügens und Vermittelns, des Begegnens und Zerstörens begründeten eine neue räumliche Ordnung der Erfahrung. Wie Bahnhof und Eisenbahn die Poststation und die Kutsche nach und nach abgelöst

Recensie

"Eine kurzweilige Sachbuchlektüre, welche die ganze Vielschichtigkeit unserer modernen Erfahrungswelt in Form von 32 lesenswerten Aufsätzen aufschlüsselt und so zentrale Entwicklungen der Moderne aufzeigt." Matthias Jakob Schmidt (Media-Mania.de, 09.01.2017)

Inhoudsopgave

Einleitung Alexa Geisthövel/Habbo Knoch Bewegen: Orte der Erweiterung Der Bahnhof Alfred Gottwaldt Das Laboratorium Philipp Felsch Das Auto Alexa Geisthövel Das Flugzeug Detlef Siegfried Das Raumschiff Rebekka Ladewig Vernetzen: Orte der Steuerung Die Zeitungsredaktion Frank Bösch Die Telefonzentrale Andreas Killen Das Arbeitsamt Britt Schlehahn Die Parteizentrale Till Kössler Der Agrarbetrieb Uwe Spiekermann Sich nahe kommen: Orte des Abstands Der Strand Alexa Geisthövel Das Grandhotel Habbo Knoch Das Tanzlokal Alexa Geisthövel Das Stadion Per Leo Gestalten: Orte der Rationalisierung Das Stahlwerk Habbo Knoch Das Hochhaus Jörn Weinhold Die Stadtrandsiedlung Jörn Weinhold Der Staudamm Dirk van Laak Vereinnahmen: Orte des Ausstellens Das Warenhaus Uwe Spiekermann Das Völkerkundemuseum Anja Laukötter Das Kino Daniel Morat Der Kraftraum Maren Möhring Das Stripteaselokal Pascal Eitler Verdichten: Orte der Zerstörung Das U-Boot Jan Rüger Die Front Habbo Knoch Der Bunker Marc Buggeln/Inge Marszolek Das Konzentrationslager Habbo Knoch Sich zurückziehen: Orte der Befreiung Die Kleinstadt Bernd Hüppauf Der Kleingarten Uffa Jensen Das Appartement Moritz Föllmer Die Wahlkabine Thomas Mergel Die Couch Uffa Jensen Erlebte Welten Erfahrungsräume der Moderne Alexa Geisthövel/Uffa Jensen/Habbo Knoch/Daniel Morat Autorinnen und Autoren Abbildungsnachweis

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