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Boek

Kein weißes Blatt

Eine Vater-Tochter-Biografie

Kein weiÃes Blatt - Dirks, Liane; Filbinger-Riggert, Susanna - ISBN: 9783593398037
Prijs: € 20,00 (onder voorbehoud)
Beschikbaarheid: Niet leverbaar, herdruk in overweging. Verwachte publicatiedatum is niet zeker of onbekend.
Bindwijze: Boek, Gebonden (26-04-2013)
Genre: Economische biografieën
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Beschrijving










Susanna Filbinger wächst mit der politischen Karriere ihres Vaters auf, wird zu seiner engen Vertrauten. Auch seinen jähen Fall erlebt sie aus nächster Näh

Details

Titel: Kein weißes Blatt
auteur: Dirks, Liane; Filbinger-Riggert, Susanna
Mediatype: Boek
Bindwijze: Gebonden
Taal: Duits
Druk: 1
Aantal pagina's: 283
Uitgever: Campus Verlag
Publicatiedatum: 2013-04-26
NUR: Economische biografieën
Afmetingen: 220 x 142 x 27
Gewicht: 482 gr
ISBN/ISBN13: 9783593398037
Intern nummer: 24036180

Biografie (woord)

Liane Dirks, geb. 1955 in Hamburg, ist seit 1985 freie Schriftstellerin. Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln und den Märkischen Literaturpreis. Sie lebt mit ihren zwei Töchtern in Köln.

Quote

1 Der Frühling ist mal wieder keiner gewesen und der Sommer droht keiner zu werden. Ein verregneter Mai und jetzt Anfang Juni die Schafskälte. In den Morgenstunden hat Nebel über den durchnässten Wiesen gestanden, der sich nur langsam auflöst. Auf den Feldern liegt das Korn gedrückt, die Wege sind matschig. Die Lupinen blühen, Kamille, Margeriten - groß ist sie ja nicht mehr, die Artenvielfalt am Wegesrand -, Gänseblümchen und natürlich Löwenzahn, "Unkraut vergeht nicht". Es hat Beschwerden gegeben aus der Nachbarschaft über den Zustand des Gartens. Die Hecken müssten geschnitten werden, ganz zu schweigen von den Rosen, es müsste gemäht werden. Mähen allerdings würde schon nicht mehr gehen, da müsste schon jemand mit der Sense kommen. Sicheln, wie es so schön heißt. Ich parke unmittelbar vor dem Haus auf dem schmalen Bürgersteig, anders geht es nicht in der engen Straße, ziehe noch im Auto den Gürtel meines Trenchcoats fester zu, in der Tasche spüre ich den Schlüsselbund, die ganze Fahrt über habe ich ihn gespürt. Warum eigentlich ich? Warum muss ich das machen und warum bin ich allein? Die Handtasche vom Beifahrersitz schnappen, die Autotür zuschlagen, das Tor aufsperren, an der Garage vorbei, die Treppe zum Haus hinaufgehen. Die Haustür aufsperren. Es ist ein Jahr nach seinem Tod. Mutter ist ihm vor wenigen Wochen gefolgt. Es riecht muffig in der Diele, klamm. Man müsste lüften, alle Fenster aufreißen, alle Türen, es müsste geheizt werden, das Haus ist aus dem Jahr 1950, keine gute Bausubstanz. Man müsste putzen, "grundreinigen", man müsste aufräumen. Am besten wäre es, das Haus leer zu räumen. Man müsste Entscheidungen fällen, es vermieten oder verkaufen. Ich stehe im Flur und schaue die Wände hoch. Schimmel würde sich als Erstes oben in den Ecken bilden. Ich habe in meinem bisherigen Leben schon sehr gut, aber auch lange extrem bescheiden gelebt. Wohin man in nicht gelüfteten Häusern als Erstes sehen muss, weiß ich genau. Und trotzdem ist es absurd, was ich tue. Vielleicht haben meine Geschwister ja recht. Sie sind für "Entsorgen", ich bin die Einzige, die dagegen ist. Es geht nicht um das Haus, es geht um sein Arbeitszimmer, die Bibliothek, jenen halbkreisförmigen, nachträglich in den Berghang geschlagenen Kultraum. Die Bibliothek wirkt wie die Apsis einer Barockkirche, ein Heiligtum in Bauweise und Einrichtung. Sein Heiligtum. Wohin mit Tausenden von Büchern, mit gewiss Hunderttausenden von Schriftstücken und Dokumenten, und alles ist Vergangenheit, vorbei, vorbei, vorbei. Hat Mutter deshalb die Tür nach seinem Tod verschlossen halten wollen? Alles hatte sie nun allein machen wollen, sie, die nie allein gewesen war. Wie eine Marotte war es uns erschienen, dass sie plötzlich den Zugang verweigerte, den Zugang zur Zentrale, zum Herzstück unseres Hauses. Von hier aus hat er regiert. Wie eine Art Einflugschneise wirkt der Weg durch die große Diele, in den Anbau, durchs Esszimmer, direkt auf seinen riesigen Schreibtisch zu. Und immer, wenn er da war, war die Tür offen. Dann sah man ihn schon vom Eingang aus hinter seiner Arbeit sitzen. Aber heute ist die Tür zu, und ich muss sie öffnen. Meine zögernde Hand auf der kalten Klinke - was weiß der Körper von den Dingen, die wir machen? Es ist dunkel im Raum, als Erstes gehe ich zu den Vorhängen und ziehe sie zur Seite, ich schalte die Lampen an, drehe die Heizkörper auf. Ein zartes Spinngewebe, fast unmerklich, streift meine Hand, ich ziehe sie erschrocken zurück. Ich lasse den Blick durch den Raum schweifen: die wandhohen Regale, erdrückend, wie ich schon immer fand, sein großer Schreibtisch, ein Stehpult, eine Sitzecke, zwei Armsessel vor dem Fernseher und viel Raum zum Auf-und-ab-Gehen. Wie oft ist er hier auf und ab gegangen, hin und her. Und wie oft habe ich dabeigesessen und ihm zugehört. Auf dem Couchtisch liegt ein Stapel Kondolenzbriefe, alles ist überzogen von einer feinen Staubschicht. Kein

Recensie

Kein weißes Blatt "Susanna Filbinger-Riggerts Buch will keine Neubewertung, keine Reinwaschung, keine Verdammung. Sie will einfach ihren Vater finden. Die Tagebücher sind eine Brücke, keine Beweisstücke." (Stuttgarter Nachrichten, 27.04.2013) "Wann ist man mit seinem Vater fertig?" "Ein erstaunlich freimütiges, ein berührendes und zudem sehr gut geschriebenes Buch." (Stuttgarter-Zeitung.de, 18.05.2013) Die eigene Familie als NS-Archiv "Die Autorin amalgamiert Eindrücke aus ihrer Kindheit und Jugendzeit im Umfeld des bewunderten Vaters mit den Erkenntnissen, die sie sich als älter werdende Erwachsene zumutete. Wie Tausende anderer Kinder und Enkel in Deutschland wollte sie endlich wissen, was wirklich geschah." (tagesspiegel.de, 20.05.2013) Unter Vaters Fuchtel "Susanna Filbinger ist ein berührendes, differenziertes, kluges Buch gelungen." (NZZ am Sonntag, 30.06.2013)

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